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Aus dem Leben eines Bioland-Schweins

Wie lebt eigentlich ein Bio-Schwein?

Wir haben den "Hof Früchtenicht“ von Familie Stegert im Landkreis Pinneberg besucht und uns einmal angesehen, was für ein Leben die Bioland-Schweine so führen.

Hans-Peter Stegert bewirtschaftet seinen Betrieb schon seit 20 Jahren nach den Bioland-Vorgaben. Bei dem Gespräch mit ihm wurde deutlich, dass er Bio-Landwirt mit Leib und Seele ist. Es liegt ihm sehr viel daran, dass die Mastschweine sich wohlfühlen. Schon beim Betreten des Stalles hatten wir diesen Eindruck: Die Tiere waren weder nervös noch ängstlich, sie blieben ruhig und ausgeglichen; wir wurden neugierig grunzend aus nächster Nähe betrachtet und begrüßt.

In Gruppen von bis zu 10 Tieren haben die Schweine ausreichend Platz mit separatem Auslauf unter freiem Himmel. Die große Anzahl an Fenstern lässt auch viel Tageslicht in den Stall. Die Liegeflächen werden mit Stroh eingestreut, auch Heu oder Silage kommen hier zum Einsatz. Schweine lieben es, im Stroh zu liegen, zu wühlen und auf Heu oder Silage herum zu schmatzen.

        

Der hohe Rohfaseranteil sorgt zudem für eine gute Verdauung. Gefüttert wird nicht portioniert, sondern mit Futterautomaten, in denen die gesamte Tagesration zur Verfügung steht. So herrscht mehr Ruhe in der Gruppe, die Tiere können nach Belieben fressen.

      

Das Futter wird auf den eigenen Ackerflächen des Betriebes biologisch angebaut, es besteht aus Bohnen, Erbsen, Hafer, Dinkelausputz, Gerste und Weizen, sowie den für die Tiere notwendigen Mineralstoffen. In der Scheune befindet sich eine Anlage zur Reinigung, Trocknung und Belüftung des Erntegutes, mit der eigenen Schrotmühle und Mischanlage wird das Futter hergestellt. Je nach Ernte und Bedarf muss auch Futter zugekauft werden, natürlich ebenfalls in Bioland-Qualität.

 Zur Kinderstube:

Hans-Peter Stegert arbeitet mit einem Partnerbetrieb zusammen, in dem die Ferkel geboren und aufgezogen werden. Auch dort wird in artgerechter Haltung nach Bioland-Richtlinien gearbeitet. Diese möchten wir ebenfalls hier beschreiben. Die Sauen werden während der Tragezeit in Gruppen gehalten, suhlen und wühlen ist erwünscht. Die noch werdende Schweinemami darf sich in ihrem eingestreuten „Kreissaal“ frei bewegen. Das Einsperren in einen engen Abferkelkäfig ist tabu. Das Muttertier kann durch seine Bewegung vor der Geburt die Lage der ungeborenen Ferkel in der Gebärmutter korrigieren, der Geburtsvorgang wird so für alle Beteiligten leichter. Etwa 10 bis 12 Ferkel kommen mit einem Gewicht von ca. 1,5 kg zur Welt. Nur kurze Zeit später erklärt die Sau ihre Milchbar für eröffnet.

      

 

 Zähne kneifen, Schwänze stutzen?

Das Kürzen der kleinen Eckzähne durch Kneifen oder Schleifen kurz nach der Geburt wird nicht angewendet. Dies ist eine sehr schmerzhafte Prozedur, die bei der gesamten „Jungfamilie“ extremen Stress auslöst. Auch die Sau wird sehr böse, wenn ihre Kleinen diese Tortur mit ängstlich-grellem Gequieke begleiten. Der gewünschte Nutzen ist fragwürdig und umstritten. Gleiches gilt auch für das Kupieren der Ringelschwänze. Ursache für das spätere gegenseitige Verbeißen ist oft die Haltung in engen Ställen ohne eine Möglichkeit der Beschäftigung für die Schweine. Sie haben Langeweile und weisen ein Verhalten auf, welches nicht ihrem Naturell entspricht. "Schwanzbeißer" sind in Bio-Ställen eine absolute Ausnahme.

Kastration mit Sorgfalt und schmerzfrei

Die Kastration der männlichen Ferkel erfolgt mit einer Schmerztherapie in der ersten Lebenswoche. Die Hoden der jungen Tiere können dann mit einem sehr kleinen und flachen Einschnitt schnell entfernt werden, die Wunden sind nach der Desinfektion in kurzer Zeit vollständig verheilt. Die Ferkel können nach dem Eingriff sofort wieder zu ihrer Mutter. Die Behandlung mit einer Narkose der kleinen Grunzer ist umstritten, da die zugelassene Betäubung sie bis zu zwei Stunden in einen Tiefschlaf ohne Muttermilch versetzt und sie sich danach erst wieder völlig neu orientieren müssen. Auch für das Muttertier ist dies mit Stress verbunden, sie kennt ihre Zöglinge und weiß genau, dass mit ihren „Jungs“ etwas nicht stimmt, wenn sie nur schlafen und auf ihr Grunzen nicht reagieren.

 Vorbeugen ist besser als heilen

Ganz ohne Medikamente geht es auch im Bio-Betrieb nicht, Mykoplasmen machen auch vor Bio-Schweinen nicht Halt. Der Erreger gelangt durch die Atemwege in die Bronchien der Ferkel, sie können diese und damit auch die Lunge ernsthaft schädigen. Die noch jungen Tiere erhalten gegen diesen Befall eine einmalige vorbeugende Schutzimpfung. Gleiches gilt für den PCV-Virus, der sich das Borstenvieh als Wirt ausgesucht hat und dessen Immunsystem sehr stark schwächen kann. Ein sauberer, trockener Stall mit frischer Einstreu wirkt ebenfalls vorbeugend.

Die Eltern

Bei der Auswahl der Elterntiere sind mehrere Kriterien ausschlaggebend: Robustheit, Unempfindlichkeit, ein ruhiges Wesen mit guten Muttereigenschaften sowie ein hoher Fleischanteil. Die Deutsche Landrasse und das Deutsche Edelschwein eignen sich sehr gut zur Aufzucht. Für die glücklichen Stunden zu zweit sorgen die Eber der Rassen Pietrain (Belgien) und Duroc (USA) wegen ihres hohen Fleischanteils mit einer sehr feinmaserigen Fettstruktur.

Der Abschied

Das Familienleben der Sau mit ihren Ferkeln besteht ca. 45 Tage, zwei Wochen dauert im Anschluß die Phase der Umstellung auf Futter und die Entwöhnung von der Muttermilch. Mit stattlichen 25 kg Gewicht kommen die Ferkel dann in den Stall von Hans-Peter Stegert. Die gesamte Aufzucht- und Mastzeit beträgt ca. 200 Tage, die Schweine bringen dann ein Gewicht von etwa 120 Kilogramm auf die Waage. Jetzt sind sie schlachtreif. Auch beim Verwiegen, der Verladung und dem Transport zum Metzger wird sehr darauf geachtet, dass die Tiere ruhig und schonend behandelt werden, um den Angststress so gering wie möglich zu halten.

 Danke,

sagen wir Herrn Stegert für seine interessante Führung und die Informationen, die wir hiermit gerne an Sie weitergeben!

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